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Lindenallee

Lindenallee Hornstein

Idylle, Idylle!

Zweihundertsiebzig Linden sollen es sein!
Die neue Lindenallee stammt aus den Jahren 1830 – 1845. Sie wurde neben der alten Lindenallee von 1734, die zum Friedhof führte, gepflanzt. Ganze 15 Jahre dauerte das Anpflanzen der Bäume. Dieser idyllische Weg soll über das Leithagebirge nach Eisenstadt geführt haben, gesäumt von Lindenbäumen. Man unterscheidet übrigens Sommer- und Winterlinden, die Unterscheidung fällt allerdings sehr schwer, da die Unterschiede sehr gering sind.
Die Linde war den Germanen heilig, wirtschaftlich hat sie heute keine Bedeutung mehr. Wie ihr wisst, hilft Lindenblütentee bei Reizhusten, ein altes Hausmittel. Pollenfunde bestätigen, dass dieser Baum in unseren Breiten bereits vor 100.000 Jahren nachzuweisen ist. Die Eiszeit drängte die Linde jedoch weit nach dem Osten zurück, durch die Klimaerwärmung aber wanderte sie schnell wieder ein. Da das Klima nun wieder einem Wandel unterliegt, wird auf Grund der Erderwärmung die Linde von Fichten, Tannen und Buchen abermals verdrängt. Heutzutage gibt es daher kaum Lindenwälder. Während der Blüte verströmen Linden einen süßlichen Duft, der Bienen anzieht. Die Blüten produzieren sehr viel Nektar und sind somit eine vorzügliche Bienenweide. Es gibt sogar speziellen Lindenblütenhonig.

In früheren Zeiten galt die Linde als heiliger Baum und war Frigga, der Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit geweiht. Als Abbild des Kosmos in der germanischen Mythologie durften Linden weder beschädigt noch gefällt werden. Lindenbäume erreichten so ein Alter von über 1000 Jahren.
Unter dem Blätterdach stellte man sich damals die Unterwelt mit all ihren Dämonen vor, in der Baumkrone fand die Welt Platz und das Blätterdach versinnbildlichte den Himmel. Daher wurden Linden häufig bei germanischen Kultstätten gefunden. Heute noch findet man Linden in Zentren von Ortschaften oder in der Nähe von Kirchen. Dorflinden gibt es heute noch häufig, auch Gasthäuser wurden nach ihnen benannt.
Linden waren auch als Treffpunkt für Hexen bekannt, das wussten natürlich auch meine Urururur-Großtanten.

Band man Lindenzweige an Haus und Stall, hielten diese angeblich Hexen fern. Dies ist natürlich Unfug, weiß man doch, wie meine Tanten bestätigen, dass man Hexen gar nicht fernhalten kann. Gaben Kühe einmal verdorbene Milch, waren sie also verhext worden, wurde der Stall mit Lindenblüten ausgeräuchert.

Auch glaubte man, man sei unter Linden vor Blitzschlägen sicher. Fataler Fehler – weiß man doch nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass gerade die Linde gerne von Blitzschlägen heimgesucht wird.
Zu sehen auch in der Lindenallee zu Hornstein.
Das Holz der Linde wurde als Lignum sanctum (Latein) – „das heilige Holz” bezeichnet, da es sich, weil es zu weich war, nicht als Bauholz eignete, aber dafür zum Schnitzen von Heiligenfiguren für die Kirche.

Joseph Haydn

Papa Haydn, weltberühmt im Burgenland!

Franz Joseph Haydn wurde am 31.März oder 1. April 1732 in Rohrau geboren. Haydn meinte immer, dass es der 31. 3. war, da er nicht als Aprilscherz gelten wollte. Im Alter von sechs Jahren wurde er zu seiner Tante nach Hainburg geschickt, um dort unterrichtet zu werden. Dort lernte er auch einige Musikinstrumente zu spielen. Georg von Reutter, der Domkapellmeister zu St. Stephan in Wien, entdeckte Haydns Stimme und so kam er als Sängerknabe in die große Stadt. 
Später schlug er sich als freischaffender Musiker eher schlecht als recht durch. Allmählich wurden seine Kompositionen besser und er bekam eine Anstellung beim Grafen von Morzin in Wien. Von dort wurde er direkt von der Familie Esterházy abgeworben und so begann Haydns fast 30-jährige Laufbahn in Eisenstadt, von der er mal sagte: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden.“ Ein wenig  Enttäuschung könnte man in diese Aussage interpretieren, da es ihm ja nicht erlaubt war, nach Wien zu fahren, auf Urlaub zu gehen usw…
Er hatte ein riesiges Pensum zu erfüllen, stieg er doch ab 1766, nach dem Ableben des eifersüchtigen Gregor Josef Werner, vom Vizekapellmeister zum Kapellmeister auf. ein Jahr darauf veröffentlichte er sein erstes kirchliches Werk, das „Stabat Mater“.
Hadyn diente unter den Fürsten Paul-Anton und Nikolaus Esterházy. Seine Kompositionskunst entwickelte sich immer weiter und so schuf er eine Vielzahl von Werken. Er schuf 107 Sinfonien, z.B.: „die Uhr“, „der Abschied“, „mit dem Paukenschlag“ und viele mehr…
Seine Opern waren leider keine musikalischen Volltreffer und er war der Meinung, dass ihn Mozart hier schon lange überflügelte. Die beiden Künstler waren ab 1781 sehr gute Freunde bis zu Mozarts Tod. Haydn schuf weiters 14 Messen, darunter die „Missa Brevis“, „die Schöpfungsmesse“, „die Nikolaimesse“, „die Harmoniemesse“ und einige mehr. Zu seinen bekanntesten Werken zählen wohl seine geistlichen Oratorien, „die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ und „die Schöpfung“
Joseph Haydn war ein witziger Zeitgenosse, der immer zu Scherzen aufgelegt war. Er genoss sehr großes Ansehen unter seinen Musikern, da er sich immer für diese einsetzte.
Als Fürst Nikolaus starb, löste sein Nachfolger die gesamte Hofmusik auf und schickte Haydn in Pension. Nun war Haydn frei und unternahm zwei sehr erfolgreiche Reisen nach London, für die „die Schöpfung“, „die Londoner Sinfonie“, „das Zigeunertrio“, „die Militärsinfonie“, „das Reiterquartett“ und „die Sinfonie mit dem Paukenschlag“ entstanden. Auch wollte Ludwig van Beethoven Meisterschüler Haydns werden, der hatte aber wenig Zeit, was ihm Beethoven nie verzieh.

Haydn war der Begründer der Wiener Klassik, zu der auch Beethoven und Mozart zählen. Ein gar weltberühmtes Trio.

Haydn verstarb 1809 an Altersschwäche in Wien.

Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

LvB, der zornige Titan!

Ihr fragt euch sicher, was Ludwig van Beethoven mit Hornstein zu tun hat, verbrachte er doch den Großteil seines Lebens in Wien. Doch, es gibt vielleicht ein Fünkchen der Möglichkeit, dass auch er mal Hornstein besuchte, und zwar, weil er erwiesenermaßen drei Mal Papa Haydn in Eisenstadt besuchte. Wie ihr wisst, verlief die Route Wien-Eisenstadt natürlich über Hornstein, wie auch lange Jahre danach. Viele ältere Semester können sich sicher noch an die hoffnungslos überlasteten Bundesstraßen erinnern, als es noch keine Autobahnverbindung nach Wien gab.

Aber zurück zu Ludwig. er wurde wahrscheinlich am 16. Dez. 1770 in Bonn (D) geboren, getauft wurde er am 17. Dezember. Dies war damals wegen der hohen Kindersterblichkeit üblich. Viele erlebten den Tag der Taufe damals nicht. Im Alter von 22 Jahren kam LvB nach Wien, wo er bis zu seinem Lebensende bleiben sollte. Zeitlebens war Beethoven von Krankheiten geplagt. Im Alter von 27 Jahren begann sein Gehörsinn zu schwinden. Er komponierte daher viele seiner berühmtesten Werke, als er bereits taub war.

Er war Schüler Haydns und ein ungestümer Bursche ohne Manieren. Naja, das konnte was werden – hier prallten Welten aufeinander und Beethoven meinte mal, dass er von Haydn nichts lernen konnte. Dies war aber wohl eher ein Racheakt, da Haydn Beethovens Werke konstruktiv kritisierte und wenig Zeit für seinen Schüler hatte, da er ja zu dieser Zeit bereits Reisen nach England unternahm und Beethoven sich vernachlässigt fühlte.

Aber sei es wie es sei. Beethoven wurde, wie Haydn und Mozart weltberühmt und schuf unwiderstehliche Werke, wie seine 9 Sinfonien, die Oper Fidelio, übrigens seine Einzige, weiters Ballette, Solokonzerte, Ouvertüren, 16 Streichquartette, 6 Klaviertrios, 10 Violinsonaten, 5 Cellosonaten, 32 Klaviersonaten, Bagatellen, 22 Variationen, zahlreiche Lieder und zwei Messen.

Die wohl bekanntesten Melodien Beethovens, jene, die wohl jeder kennt, sind das Klavierstück Für Elise“, die vertonte Ode an die Freude“, deren Text von Friedrich Schiller stammte und der Beginn der Fünften SinfonieTa ta ta taaa … .