Bürgergarten
Naherholung wird großgeschrieben
Der Bürgergarten bietet Biodiversität mitten in Hornstein. Sein zentrales Element ist der Lebensbaumweg.
Hier können BesucherInnen Ausschau nach ihrem Lebensbaum halten. Lili hat wieder mal genaue Recherche betrieben. Wusstet ihr, dass dieser Lebensbaumkreis von den Kelten abstammt und schon uralt ist. Der Geschichte skandinavischer Sagen folgend, die in den Büchern der Edda niedergeschrieben sind, töteten die Götter den Ur-Riesen Ymir, um aus seinem Leichnam alle Dinge zu erschaffen. Der erste Baum, wurde Yggdrasil genannt und wird als Weltesche bezeichnet. Yggdrasil hat drei Wurzeln, die von Asgard (dem Reich der Götter) durch die Regenbogenbrücke Bifröst nach Midgard, der Heimat der Menschen reicht und dann – oh Schreck – auch in die Unterwelt, dem Reich der Toten, nach Helheim. In der Krone der Weltesche sitzt ein namenloser Adler, an den Wurzeln kaut der grimmige Drache Nidhöggr (klingt wie ein Kasten von Ikea). Das verrückte Eichhörnchen Ratatöskr saust zwischen Baumkrone und Wurzeln hin- und her und verbreitet üble Nachrede. Dann wären da noch vier Hirsche, mit deren Namen ich euch nicht langweilen will und die beiden Schlangen Goin und Moin, die wiederum vom Grabeswolf Grafwitnir abstammen. Ihr seht schon – eine verzwickte Geschichte…
Im Bürgergarten gibt es auch seltene Früchte wie die aus der Mode gekommene Quitte, die Felsenbirne oder die Mispel zu bestaunen. Aus allen dreien kann man herrliche Marmelade oder Gelee herstellen.
Auch findet man einige Sträucher, die Einzug in die Volksmedizin hielten, wie der Sanddorn, Weißdorn oder eben die Mispel. Womit wir wieder bei den Hexen wären…
In der Nacht sind alle Besen schwarz!
Der keltische Jahreskreis und seine christlichen Feste.
Lili ist sehr an Brauchtümern interessiert, da viele auch in Hornstein gefeiert werden. Wusstet ihr, dass nahezu alle christlichen Feste ihren Ursprung in den heidnischen Bräuchen unserer keltischen Vorfahren haben. Selbst Namen erinnern noch an alte Gottheiten wie z.B.: Ostern – an die Göttin Ostara, die als germanische Eostre ein Beinamen der Göttin Freya war. Große Feuer, wie Osterfeuer, Sonnwendfeuer etc. haben keine Entsprechungen in der Bibel.
Unsere Vorfahren rechneten mit einem Mondkalender, der um die vier großen Sonnenfeste und Raunächte erweitert wurde. Der Vollmond war dabei sehr wichtig und markierte Fest wie Imbolg, Beltane, Lammas und Samhain.
Samhain war das Fest der Toten – das neue Jahr begann damals auf dem 11. Vollmond unseres Kalenders.
Daher finden wir Allerheiligen am 1. November, Halloween einen Tag davor. Durch die Verkleidungen zu Halloween sollten nicht nur böse Geister vertrieben werden, sondern es gilt auch in seine eigene Seele zu schauen, ihre Schatten zu erkunden und diese anzunehmen. Halloween stammt nicht etwa aus Amerika, sondern ist eigentlich ein uraltes europäisches Fest, bei dem damals Rüben ausgehölt und zu Geisterköpfen geschnitzt wurden – die Kürbisse – ja, ok, diese sind dem amerikanischen Halloween entlehnt.
Viele andere Gemeinsamkeiten zwischen Heiden- und Christentum finden sich im Mondkalender der Kelten wieder – auch für unsere Hexen und die Landwirtschaft hat der Mondkalender größte Bedeutung – fragt mal Alamea, Olivia und Yvonne…
