Pranger
Hexengeschichten und Hexenverfolgung
Ab dem 16. Jahrhundert wurden überall Prangersäulen errichtet, die der öffentlichen Bestrafung von Übeltätern dienten.
Der Pranger in Hornstein war in die Begrenzungsmauer des Schulhauses und Gerichtsgebäudes eingelassen und diente der niedrigen Gerichtsbarkeit. Hexen wurden allerdings normalerweise nicht an den Pranger gestellt, da Hexerei zur damaligen Zeit ein schreckliches Verbrechen war und zumeist mit dem Tode bestraft wurde.
Sogar heute noch wird von so manchen Leuten behauptet, sie seinen Hexen. In den Vierzigerjahren soll die letzte Hexe von Hornstein im Siget gelebt haben, ganzes Jahr über barfuß gelaufen und schon zu Sommerbeginn mit einem Korb in den Wald Pilze suchen gegangen sein.
Man erzählt sich hie und da noch Schauergeschichten über die Hexen aus Hornstein.
Darüber kann Lili nur lachen, weiß sie doch genau, dass ihre Urururur-Großtanten ebenfalls Hexen gewesen sind und sie offensichtlich ebenfalls Hexengene in sich trägt. Aber, pssst, nichts verraten!
Es geht auch die Mähr, dass am Ende der Welt ein Hexenturm stehe, dort wohne eine Hexe, die an einem riesigen Hemd nähe. Dazu tut sie jedes Jahr einen Stich. Ist das Hemd genäht, wird die Welt untergehen.
Zum Schutz gegen Hexen wurden die seltsamsten Mittelchen angepriesen, wie Grieß im Zimmer zu streuen, Kreuzzeichen machen, Weihwasser einsetzen, Kreuzzeichen machen, ein Messer vor die Tür legen oder einfach die Tür mit dem Hexenstern zu bemalen.
Lili kichert sich ins Fäustchen, weiß sie doch ganz genau, dass gegen eine echte Hexe kein Kraut gewachsen ist, wie das Sprichwort so schön sagt.
Die Hexen von Hornstein
Die begabte Kräuterhexe von Hornstein
Lili hat wieder einmal tolle Recherchearbeit über die Hexenverfolgung geleistet.
Wusstet ihr, dass 1944 die Schottin Helen Duncan, genannt „Hellish Nell” wegen Hexerei verhaftet wurde. Sie behauptet Kontakt zu Toten aufnehmen zu können. Mitten im Krieg griff die britische Justiz in die Gesetzes-Mottenkiste und grub ein vergessenes Gesetz wieder aus: den „Witchcraft Act”, ein 200 Jahre altes Hexereigesetz.
Unsere Kräuterhexe Alamea blieb allerdings vor dem Gefängnis verschont. Sie landete hie und da mal auf dem Pranger, aber das war sie ja schon gewohnt. Außerdem wollte niemand ihr Leid zufügen, beschimpft wurde sie allerdings schon.
Aber alle Hornsteiner wussten damals um die Fähigkeiten der drei Hexen Bescheid. Sie hatten für jede Krankheit eine Salbe, einen Tee oder einfach nur beruhigende Worte parat, denn wie man weiß, ist unsere Psyche im Stande, auf viele Krankheiten positiven Einfluss zu nehmen.
Selbst heute noch gibt es bestimmte Kräuter, die die Wirkung alter Zaubertränke hervorrufen.
Denn bis die Menschen herausfanden, welche Kräuter welche Wirkung auf den menschlichen Organismus haben, vergingen Jahrhunderte. Das war so eine Trial and Error Geschichte. Versuch und Irrtum – ihr könnt euch vorstellen, dass so manches Versuchskaninchen nicht immer unbeschadet davonkam. Nicht selten lösten diese Zaubertränke starke Halluzinationen aus und hatten berauschende Wirkung.
Lili möchte hier einige Kräuter erwähnen, die als Hexenkräuter bekannt sind. Sie sind allerdings als höchst gefährlich einzustufen und dürfen keinesfalls von Nicht-Hexen angewandt werden.
Stechapfel, Nießwurz, Eisenhut, Schlafmohn, um nur einige zu nennen …
MALLEUS MALEFICARUM
auch der Hexenhammer genannt, gilt als eines der verheerendsten Bücher der Weltliteratur, brachte es Tausenden Menschen den Tod. 50.000 Menschen vielen den Hexenverfolgungen zum Opfer, 80 Prozent davon waren Frauen. Eine äußerst dunkle Epoche der Weltgeschichte.
