Rathaus
Das Rote Wien
Das Hornsteiner Rathaus wurde, liest man die Tafel des Historischen Wanderwegs, im Stil des Roten Wiens erbaut.
Doch was heißt dies nun? Lili recherchiert sofort im Internet und findet ein paar interessante Zeilen hierzu.
Als Rotes Wien bezeichnet man die österreichische Hauptstadt in der Zeit von 1919 bis 1934, als die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschösterreichs bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen abermals die absolute Mehrheit errang.
Die Kommunalpolitik war geprägt von umfassenden sozialen Wohnbauprojekten und von einer Finanzpolitik, die neben dem Wohnbau auch umfangreiche Reformen in der Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik unterstützen sollte. Das wohl bekannteste Bauwerk dieser Zeit ist der Karl-Marx-Hof. Er wird auch als Rote Festung oder als Versailles der Arbeiter bezeichnet. Dieser monumentale Bau entstand nach den Plänen Karl Ehns, der ein Schüler Otto Wagners war. Wie auch das Rathaus von Hornstein zeichnen den Bau geometrische, klare Formen aus. Es ist eines der wichtigsten Bauwerke der Wiener Moderne und des Art déco.
Franz Schubert
Der Liederfürst
Das Schubertdenkmal neben dem Rathaus wurde 1928 von den beiden Musikvereinen, dem Hornsteiner Sing- und Musikverein und der Arbeiter-Jugendkapelle zum 100. Todestag des großem Musikers errichtet. Es handelt sich um die Arbeit des Steinmetzmeisters R. Happel aus Loretto.
Lili hat ein paar kuriose Fakten über den Liederfürsten zusammengetragen. Schubert wurde am 31. Jänner 1797 als dreizehntes von sechzehn Kindern in der Nussdorfer Straße 54 in Wien geboren. Leider wurden von diesen sechzehn nur fünf Kinder älter als ein Jahr. Schubert, oder „Schwammerl”, wie ihn seine Freunde nannten, verfasste über 600 Lieder.
Das deutsch Wort „Lied” wurde durch ihn weltbekannt und hat sich im Französischen („Le Lied”) und dem Englischen („The Lied”) als Lehnwort durchgesetzt.
Schubi war ein „Fanboy” Ludwig van Beethovens. Er war im März 1827 einer der Fackelträger bei LvBs Begräbnis. Auch gehörte Schubert der sogenannten „Unsinnsgesellschaft” an. Dabei handelte es sich um eine Gruppe junger, talentierter Künstler (Maler, Dichter, Schriftsteller, etc.), die sich regelmäßig in einem Gasthaus trafen, um eine handschriftliche Zeitung, das „Archiv des menschlichen Unsinns” herauszugeben. Ausflüge in diesem Freundeskreis wurden „Schubertiaden” genannt.
Schubi soll eines Tages hungrig ein Lokal in Wien ohne Geld gekommen sein. Da er schrecklichen Appetit auf seine Lieblingsspeise, Kalbsbraten mit Kartoffeln hatte, vertonte er ein Gedicht, um dafür zu bezahlen. Bei diesem Gedicht handelte es sich um sein weltberühmtes Wiegenlied.
Unser „Schwammerl” wurde leider nicht sehr alt. Am 19. 11. 1828 starb er nach zwei Wochen Fieber. Wahrscheinlich handelte es sich bei dieser Krankheit um Typhus, welche durch Bakterien, nicht jedoch Viren, verursacht wird. Diese Krankheit, im deutschen Sprachraum auch als Fleckfieber bezeichnet, war bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet und führte meistens zum Tod.
